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Red Lights without escape
Ascan & Christopher Chan Bahng
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   11.02.2026, 22:04 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.02.2026 10:12 von Ascan.)
Beitrag #1
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Junior Member
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Red Lights without escape
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   11.02.2026, 22:05 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.02.2026 22:07 von Ascan.)
Beitrag #2
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Junior Member
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RE: Red Lights without escape
Einstieg

Schon in dem Moment in dem Ascan aus dem schwarzen Kleinbus mit den getönten Scheiben sprang und die massiven Sohlen seiner Kampfstiefel auf verregneten Asphalt trafen, hätte er am liebsten wieder kehrt gemacht. Warum zum Dhunhd musste ausgerechnet er den Fahrservice spielen? Konnte Fritz das nicht alleine machen? Dem alten Doggen ging doch sowieso einer ab, sobald er brav den Botengänger mimen durfte.
Aber nein, statt sich auf die nächste Eignungsprüfung zum Soldaten vorzubereiten, hing er hier fest. Mitten auf dem Flughafen an der Stadtgrenze zu Caldwell. Und worauf wartete er? Genau. Auf noch ein paar Menschen, die sich innerhalb der einen Woche in der er mit Kahlan unterwegs gewesen war um ihre Bruder-Schwester-Bindung ein bisschen aufzupeppen, nicht ohnehin schon sprunghaft auf dem Anwesen vermehrt hatten.
Fuck off. Da war man mal sechs Tage nicht da und schon herrschte zuhause ne neue Weltordnung.

Ascan stockte.
Zuhause?
Scheiße, daran hatte er sich auch nach knappen 7 Monaten noch nicht gewöhnt. Nicht, nachdem er quasi sein ganzes Leben lang auf sich allein gestellt gewesen war. Ob nun im ständigen Kampf gegen seine gestörte Mutter, oder später inmitten der Outlaws. Für jedes Quentchen Frieden hatte er bluten müssen. Dementsprechend unrealistisch fühlte sich jetzt alles Gute an, das ihm einfach in den Schoß fiel. Angefangen bei einem Bett das er nicht verteidigen musste, bis hin zu einem simplen Apfel den er sich einfach vom Tisch nehmen konnte, ohne darum feilschen zu müssen.
Wenn man also mal darüber nachdachte, war es absolut lächerlich wie sehr es Ascan zeitgleich anpisste, dass ausgerechnet Vishous ihm die Aufnahme an die Front so schwer machte. Aber so war es halt. Es kotzte den Vampir tierisch an dabei zuzusehen, wie ein Rekrut nach dem anderen an ihm vorbeizog, nur weil ER nicht gewillt war SEIN beschissenes Leben im Ernstfall in die Hände von irgendeinem Schwachmaten zu legen, dessen einzige praktische Erfahrung aus blauen Trainingsmatten bestand. Fuck!

Knurrend fuhr Ace sich durch das blauschwarze Haar. Nach zwei Fehlversuchen hatte er keinen Schimmer mehr WAS genau sein Vater eigentlich bei dieser Prüfung von ihm sehen wollte. Denn eins stand mal fest. Keiner der Brüder würde sich Kampfbefehle von jemandem aufs Auge drücken lassen, den er nicht für fähig genug hielt. Warum zur Hölle sollte er das dann also tun?
Weil er jünger war?
Weil er relativ neu im Programm war?
Weil er den Krieg nicht kannte?
Scheiße, an dieser Schule vor ein paar Monaten war ER es gewesen, der den Karren letzten Endes aus dem Dreck gezogen hatte und da hatte er vertraut. Blind. Weil es gar nicht anders ging. Aber das war SEINE Entscheidung gewesen. Sein eigenes, ganz bewusstes Risiko. Wäre er dabei draufgegangen, shit happens. Dann wär es eben so gewesen. Aber Ascan sah nicht ein, auf Kommando nach links oder rechts zu gehen, obwohl ihn die Tretmine da vielleicht schon anlächelte.
Er brauchte einen Partner, der auf seiner Welle schwamm. Wie Anabhys damals. Obwohl sie sich nicht kannten, hatten sie gemeinsam funktioniert wie ein gottverdammtes Uhrwerk. Und taten es noch. Aber für die Prüfung half ihm das herzlich wenig. Ana hockte schon längst im aktiven Dienst, während er eine Extrarunde nach der anderen drehte.

Erst als hinter ihm die Tür des Busses geschlossen wurde und Fritz in seinem Augenwinkel auftauchte, drängte Ascan diesen ganzen Dreck zurück, der ihn Tagsüber kaum ein Auge zumachen ließ.
„Die Herrschaften sollten die Einreisekontrolle unterdessen passiert haben“, verkündete der Doggen mit leicht bleierner Stimme, während er die Hände Diener-like hinter dem Rücken verschränkt hielt. Wie einen so ein Dasein so dermaßen glücklich machen konnte, würde Ascan auch nie verstehen. Auf der anderen Seite … wollte er die ganze Zeit mit den Hanseln des Managements quatschen, damit alles glatt lief? Bestimmt nicht.
„Hat Vishous gesagt, wo genau wir sie einsam…“
Ohne Vorwarnung erklang ein helles Kreischen aus dem Inneren der Flughalle.
Ascans Kopf ruckte alarmiert herum und sein heller Blick stach durch die deckenhohe Glasfront, während da drin von jetzt auf gleich inmitten einer Traube vorpubertärer Girlies hektisches Chaos ausbrach. Was zum Teufel …?
„Das sollten sie sein.“
Mit unverkennbar fröhlichem Tonfall setzte Fritz sich unter dem verwirrten Ausdruck des Vampirs in Bewegung, und Ascan? Möge ihn der Blitz beim scheißen treffen, aber der ehemalige Outlaw folgte dem Alten wie an einer Führleine.

Gemeinsam passierten sie die zur Seite gleitenden Türen, ließen den nächtlichen Wind hinter sich, der bereits den nächsten Regenschauer ankündigte und tauchten in eine hell erleuchtete Welt voller aufpeitschender weiblicher Pheromone.
Holy Shit! Was ging denn hier?
Eine ganze Meute junger Mädels in sündhaft kurzen Miniröcken, Grundschülerinnen-Strumpfhosen und tonnenweise kitschbuntem Nippes an jeder Tasche, drängte einer Gruppe Asiaten entgegen die offenkundig von der Gepäckausgabe kam. Namen wurde geschrien, Plüschies gewedelt und Tränendrüsen sinnlos vergewaltigt.
Ohne Scheiß, von Null auf Hundert kapierte er, warum Fritz nicht alleine fahren sollte. Und noch viel mehr, wieso keiner dieser Verräter zuhause freiwillig die Hand für den Job gehoben hatte!

Ascan blieb mit dem Doggen in der Nähe des Eingangs stehen und beobachtete das Spektakel aufmerksam.
Abgeschirmt wurden die Typen nämlich von ein paar Anzugträgern, die definitiv nicht menschlich waren und als hätten sie den Gipfel der Absurditäten damit noch nicht erreicht, passierte in der nächsten Sekunde das undenkbare. Mitten in dem Tumult kämpfte sich der mit Abstand heißeste Kerl an die Spitze seiner Kameraden, den Ace je zu Gesicht bekommen hatte. Statt genervt von dem Überschuss an weiblicher Aufdringlichkeit, zierte seine vollen Lippen ein smartes Lächeln. Locker und entspannt. Ascans Verstand klinkte einfach aus. Sein bombensicheres Betriebssystem schmierte gnadenlos ab, bis nur noch ein Gedanke … ein Gefühl … eine unerschütterliche Wahrheit jeden Winkel seiner Existenz brüllend ausfüllte.
„Mein ..“
Ein raues, dunkles Knurren, das im Lärm der Halle unterging.

Ascan wankte unter der Gewalt, mit der seine vampirische Natur über ihn herein brach, ohne sich nur einen Millimeter zu bewegen. Sein Blick fixierte den Menschen, wodurch er das leuchtende Lächeln in Fritz‘ faltigem Gesicht gar nicht registrierte.
Den hemmungslosen Griff von einem der Mädchen dafür umso deutlicher! Sie langte zielsicher an dem offensichtlichen Security vorbei der gerade mit einem anderen Brandherd beschäftigt war, ihre Finger verkrallten sich im Shirt seines Menschen und sie riss ihn sichtlich in ihre Richtung. Das wars.
Denken? Fehlanzeige. Mitten im belebten Flughafen löste Ascan sich in seine Moleküle auf und nahm direkt neben dem Gör wieder Gestalt an. Dieses Mal grollte sein Knurren über den Geräuschpegel hinweg und seine Rechte schloss sich eisenhart um ihr zartes Handgelenk.

„Loslassen“, forderte er kalt. Sein diamantfarbener Blick ein einziger scharfkantiger Gletscher. „Sofort!“
Ausnahmslos jedem in seinem Umkreis war der Schock über sein plötzliches Erscheinen ins Gesicht geschrieben. Handys, die eben noch auf die Musiker in seinem Rücken gerichtet waren, fingen jetzt zweifelsfrei ihn ein. Doch das einzige das Ascan interessierte war, dass die Kleine tatsächlich schlagartig losließ und mit großen Augen versuchte Abstand zu gewinnen. Was das Biest in ihm nicht sofort zuließ. Stattdessen neigte er ihr den Oberkörper bedrohlich entgegen. Seine Fänge pulsierten tief in seinem Kiefer.
„Mach das nie wieder“, knurrte er düster. Ihm war scheißegal ob sie nur ein kleines Mädchen war. Wagte sie sich so eine Scheiße nochmal, ruderte sie in Zukunft einarmig.
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   13.02.2026, 12:43 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.02.2026 12:43 von Christopher Lee..)
Beitrag #3
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Junior Member
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RE: Red Lights without escape
Einstiegspost

Eigentlich war das hier doch ein Tag wie so manch anderer auch, sollte man zumindest annehmen. Doch wenn Bang ehrlich zu sich war, dann war es das in Wahrheit nicht. Ja sicher so ein Flug war für sie alle zu einem Stückchen Normalität geworden und wenn man bedachte wo Sie bis vor kurzem gewesen waren, dann war das wirklich etwas normales. Nur fühlte sich das hier gar nicht mehr so an. Er erwischte sich selbst immer wieder bei der stillen Frage nach dem was sich unter den Fassaden verbarg von jenen Personen die um sie herum waren? Und dabei ging es nicht einmal um die charakterlichen Eigenschaften, die hatte er schon vorher nicht deuten können auch wenn er es manchmal versucht hatte. In manchen Punkten war der Leader wohl eindeutig ziemlich eigensinnig. Nun jedoch wo sie alle von der Existenz von anderen Wesen wussten und feststellen durften das ihr Manager doch tatsächlich ein Gestaltwandler war.. ja da begann man sich unweigerlich zu fragen ob man von Menschen umgeben war oder nicht. Und das war nicht mal rassistisch oder dergleichen gemeint, es war eher Neugierde. Immerhin hatte er begriffen warum sie bis lang im verborgenen gelebt hatten und er konnte die Entscheidung an und für sich auch nachvollziehen. Sein Vertrauen in jene denen er bisher vertraut hatte war dennoch erschüttert worden.

Alle weiteren Gedanken daran hatte Bang jedoch nach ihrer Landung erst einmal versucht wieder in den Hintergrund zu drängen, was ihn jedoch nicht daran hinderte die Personen zu mustern während sie die Maschine verließen, ihre Koffer holten und zur Einreisekontrolle gingen. Ein Ablauf den Bang mittlerweile im Schlaf beherrschte und so war es auch jetzt nichts weiteres als ein vollkommen routinierter Ablauf. Wie so oft war er voran gegangen nur um nach den Check Up auf seine Meute zu warten und natürlich auch auf die Security die das ganze auch über sich ergehen lassen mussten. Durch die getönten Scheiben hinter ihm konnte er nur schemenhafte bewegungen erahnen und das ließ ihn sogleich ein wenig neugierig werden. Caldwell hatte bei Ihnen bisher auf keinen Tourplan gestanden, aber sie waren schon ein paar Mal in New York gewesen und vielleicht würden Sie ja dazu auch nochmal die Möglichkeit bekommen. Da er noch so überhaupt keine Peilung hatte was genau auf sie zukommen würde war er noch ganz positiv, wenn zugleich auch angespannt. Ein privates Konzert war wirklich eine ganz andere Hausnummer.. und dabei hatten sie schon vor dutzenden Menschenmengen ihre Show abgeliefert.. aber da ging ihm das Herz aus einem anderen Grund in die Höhe. Ein kleiner Teil musste an die Telefoncalls oder Videochats denken wo man auch manchmal fragte ob man für den Stay sang oder tanzte.. das war nicht immer so angenehm.. aber er wollte das auch nicht vergleichen und versuchen neutral ran zu gehen.

Nachdem sie alle durch waren ging es auch schon weiter und sie traten in die große Flughafenhalle wo sie auch schon von kreischenden Stays begrüßt wurden. Woher sie manchmal so genau wussten wo sie waren war ihm echt ein Rätsel. Das würde ja keiner Intern durchsickern lassen. Wenn das mit dem Privatkonzert die Runde machte.. nein den Gedanken ließ Bang gar nicht zu. Stattdessen begrüßte er die Fans wie so oft mit einem charismatischen Lächeln und versuchte dafür zu sorgen das sie sicher durch die Halle kamen. Er wollte echt nicht das das hier..
Und schon wurde es etwas enger als es hinter ihm zu einem kleineren Ansturm kam und Bang wollte gerade handeln als er plötzlich am Oberteil gepackt wurde und gar nicht reagieren konnte .. so überrascht wurde er in die Richtung eines jungen Fans gezerrt. Die Überraschung hatte man ihm auch deutlich ansehen können... Manche Länder waren eben weniger respektvoll als andere.

Ein lautes grollendes knurren sorgte einen Wimpernschlag später dafür das sich seine Nackenhaare aufstellten und er sich innerlich erneut anspannte. Er nahm den dunkelhaarigen Mann erst jetzt war und kam nicht drum herum sich zu fragen wo er plötzlich hergekommen war. Er hatte definitiv nicht gerade schon hier gestanden.. das wäre ihm doch nur zu deutlich aufgefallen. Aber viel mehr drängte sich die Szene die sich vor seinen Augen abspielte umso mehr in den Vordergrund. "Was machst du denn da?", fragte er als er schließlich realisieren konnte das die Hand des Mannes sich kraftvoll um das zarte Handgelenk des Mädchen geschlossen hatte und sich dadurch auch schon ihr Griff an seinem Oberteil löste. Eindeutig schon eine willkommene Kettenreaktion aber er konnte es nicht einfach so hinnehmen das einem Stay womöglich wehgetan wurde. Nun war guter Rat teuer und Bang musste seine Worte sorgsam wählen.. "Sie war sicher nur völlig überfordert und hat bestimmt nur einem Wunsch nachgegeben.. auch wenn es nicht der beste Weg war.", versuchte er die Stimmung die sich gerade aufbaute zu beruhigen während er bemerkte das die anderen bereits von den Securitykräften schnellstens in RIchtung Tür gebracht wurden um das Gebäude zu verlassen. Das war eindeutig die klügere Wahl bevor das hier am Ende noch eskalierte.

Einer der Securitys schob sich vor ihm und wandte sich bereits an das Mädchen um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen ehe er sich auch an den Mann wandte und eine Erklärung für das hier verlangte. Die Antworten bekam der Leader jedoch nicht mehr mit, denn ein weiterer Angestellter hatte ihm sanft am Oberarm gepackt um ihn nun ebenfalls zum Ausgang zu bringen. Das hier war er eindeutig so auch noch nie erlebt, und ja er war schon ein wenig geplättet von dem. Während er zeitgleich versuchte das eben Geschehene in seinem Kopf zu ordnen. Wo war der Typ auf einmal hergekommen? Er war definitiv nicht in der Menge gewesen, das hätte ihm einfach nicht entgehen können.
"Guten Abend die Herren, Sie müssen die Mitglieder von Stray Kids sein. Meine Name ist Fritz Perlmutter und ich habe die Ehre sie zusammen mit dem jungen Mann dort drüben zu ihrem Zielort zu bringen.", hörte er jemanden sagen und sah sich um ehe er einen älteren Herrn sehen konnte der sich gerade wieder aufrichtete.
"Guten Abend.."; begann er und neigte ebenfalls aus Höflichkeit den Oberkörper ehe er wieder zu Fritz sah. "Ich bin Christopher Bahng Chan, der Leader der Band. Es ist uns eine Freude hier sein zu können." Auch wenn er sich noch immer nicht sicher war wie das hier wohl laufen würde. "Aber sagen sie welchen jungen Mann meinen Sie?"
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   18.02.2026, 10:24
Beitrag #4
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Junior Member
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RE: Red Lights without escape
Das Gefühl von brennender Mordlust war Ascan nicht fremd. Er hatte lange genug unter den Gesetzlosen ihrer Gesellschaft gelebt, um den Wert eines Lebens binnen von Sekundenbruchteilen zu messen und nach Situation und eigener Stimmungslage zu urteilen. Nur waren das meist irgendwelche Drecksköter gewesen, die ihn entweder angegriffen oder herausgefordert hatten. Oder ihm schlichtweg auf den Sack gegangen waren. Was unterm Strich so ziemlich aufs Gleiche rauskam.
Das Gör das er dagegen jetzt am Wickel hatte, war eine völlig andere Baustelle. Sie war weder eine Bedrohung, noch hatte sie irgendetwas an sich das für gewöhnlich seine Aufmerksamkeit geweckt hätte. Eher im Gegenteil. Ihre hohe Stimme war nervtötend. Ihre Erscheinung zu künstlich auf Lolita getrimmt. Der penetrant süße Geruch ihres Parfüms viel zu stechend. Alles in allem war sie also genau das wonach sie aussah. Ein kleines Girlie ohne eigene Persönlichkeit, das auf irgendeiner Welle schwamm, aus der sie eher früher als später wieder rauswachsen würde.

Warum, verdammte Scheiße, wollte er ihr dann trotzdem am liebsten den blondierten Schädel von den Schultern reißen?
Für die Dauer eines Wimpernschlags kämpfte sich dieser Gedanke tatsächlich durch seine animalischen Gene an die Oberfläche, bis …
"Was machst du denn da?"

Wie aufs Stichwort. So unvermittelt wie sein kalter Verstand die Oberhand plötzlich zurückgewinnen wollte, genauso schnell wurde er auch wieder niedergebrannt. Die bloße Stimme dieses einen Menschen schoss ihm ohne Gnade über sämtliche Nervenbahnen. Ascan spürte selbst, wie sich seine Wirbelsäule darunter aufrichtete,  wie sich seine breiten Schultern unter dem schwarzen Leder seiner Jacke spannten und wie sein Fokus radikal von dem Mädchen abrutschte, das vergeblich versuchte sich aus seinem Griff zu winden. Ohne Frage würden seine Finger blaue Spuren auf ihrer hellen Haut hinterlassen. Nicht das ihn das einen feuchten Dreck interessierte. Ganz im Gegensatz zu dem Asiaten hinter ihm. Seinem Asiaten!
"Sie war sicher nur völlig überfordert und hat bestimmt nur einem Wunsch nachgegeben.. auch wenn es nicht der beste Weg war.“
Scheiß die Wand an. Es kostete Ascan alle Selbstbeherrschung nicht die Fänge zu blecken. Was verteidigte der Kerl das kleine Miststück jetzt auch noch? Er stand schließlich nicht hier rum, weil er so Fotogen war. Auch wenn die zahlreichen Handykameras das durchaus vermuten lassen könnten.

Fuck…

Langsam aber sicher wurde Ace sich der Gesamtsituation bewusst, in die er sich selbst reinmanövriert hatte. Sein diamantfarbener Blick schweifte über die Menschen um ihn herum. Was hier abging, hatte längst das Interesse von so ziemlich jedem Fluggast in der Halle erregt, der nah genug war um in den Genuss seiner kleinen Showeinlage zu kommen. Ein paar Dutzend Kameras des Flughafens erfassten jede seiner Bewegungen zusätzlich. Mit Sicherheit hatten die jetzt aus mehreren Blickwinkeln einen Vampir auf Band, der blöd genug war sich vor aller Augen in Luft aufzulösen. Scheiße!
Ascans Verstand kam mit Volldampf zurück, indem er anfing sich zu überschlagen. Einer der Securitys hatte sich mittlerweile ebenfalls eingemischt und last but not least, traf ihn plötzlich auch noch der eiskalte Hauch des Todes frontal in den Nacken. Das konnte nur bedeuten, dass Riina direkt hinter ihm stand. Ihre dunkle, übernatürliche Gestalt wie ein Fremdkörper in all dem Leben um sie herum.
Ob er wollte oder nicht, dem ehemaligen Outlaw stellten sich sämtliche Härchen auf und er ließ das Mädchen tatsächlich los. Sofort wich sie weiter von ihm zurück. Schützend in die Mitte genommen vom Rest der aufgebrachten Weiber. Das sah mal überhaupt nicht gut für ihn aus.

„Ich bin ab hier für euren Schutz verantwortlich“, rechtfertigte er sich vermutlich auch deshalb ohne lange nachzudenken vor dem Security zu seiner Rechten und sah sich anschließend nach seinem Menschen um. Er hatte ihn gerade völlig aus den Augen verloren, was prompt zum nächsten Hochgefühl des Abends führte. Ascan rutschte das Herz nämlich aalglatt in die Hose. Ohne jede Kontrolle zogen sich seine Eingeweide zusammen und er verspannte sich komplett, bis er ihn bei keinem Geringeren als Fritz entdeckte. Und was soll man sagen? Irgendwie bewirkte das auf wundersame Weise, dass Ace zurück in den Betriebsmodus schaltete. Was Scheiße nochmal gut war! Er konnte sich nicht noch einen Fehler leisten.
Also versuchte er sich zumindest dieses ganze innere Chaos abzuschütteln und trat seinen grauen Zellen endlich in den Arsch, was zumindest schon mal dazu führte, dass er den elektronischen Geräten in einem Radius von rund 10 Metern um ihn herum einen mentalen Stoß versetzte. Die Folge? Durchschmorende Handys, erschrockene Schreie und dumpfes Scheppern, wo Smartphoneleichen zu Boden fielen. Das war zumindest ein Anfang. Aber Mann, er musste mit seinem Vater reden. Und zwar dringend! Wenn einer diesen ganzen Bockmist vielleicht noch hinbügeln konnte, dann V.

Also wendete sich der Rekrut ab, ließ die Meute samt Security stehen und marschierte durch die Halle zurück zu Fritz, dem gerade eine kurze, aber für Ascan absolut essenzielle, Vorstellung zuteil wurde.
Christopher Chan Bahng. Dieser Name ging runter wie Öl und Ace erwischte sich dabei, wie er schon wieder drauf und dran war sein Vorhaben über Bord zu werfen, nur um den Kerl dazu zu bringen mit IHM zu sprechen, statt mit dem Doggen.
Letzten Endes bewerkstelligte er beides. Irgendwie. Er zog sein eigenes, noch funktionierendes Handy aus der Jackentasche und wählte die Nummer seines Vaters, während ihm Christophers Frage förmlich um die Nase wehte.
„Mich“, antwortete er anstelle von Fritz, was ihm hoffentlich die gewünschte Aufmerksamkeit einbrachte, während der Doggen sich als Wegweiser bereits an die Spitze setzte und sie nach draußen an die frische Luft führte. Der Bus stand nicht weit entfernt, wodurch der Weg dorthin ziemlich kurz ausfiel. Und kaum angekommen, switchte Fritz sofort wieder zurück im die Rolle des klassischen Butlers. 
„Dürfte ich Ihr Gepäck verladen, meine Herren?“

Ace dagegen wartete auf die tiefe Stimme seines Vaters am anderen Ende der Leitung. Ohne Scheiß, so unwohl hatte er sich die letzten Jahre nie wieder in seiner eigenen Haut gefühlt. Aber da musste er jetzt wohl oder übel durch.
Während Fritz also das Gepäck mit höchstem Respekt im Innenleben des Kleinbusses verstaute, meldete sich Ascan mit einem simplen „Ich bins“ am Telefon. Dicht gefolgt von einer Aussage, von der er nie gedacht hätte sie mal laut auszusprechen. Schon gar nicht vor so vielen Zeugen.
„Ich hab Scheiße gebaut.“
Die Stille auf der anderen Seite forderte wortlos dazu auf weiterzureden. Also ergab er sich seinem Schicksal.
„Kannst du die Kameras der Flughalle hacken und die Aufnahmen der letzten Stunde löschen? Bitte?“
Ascan konnte nicht anders. Sein Blick flog zurück zu Christopher. Er erinnerte sich wieder an den Anblick, als das Miststück ihn einfach zu sich zerrte und bei dem bisschen das ihm heilig war, welche Strafe auch immer auf ihn wartete, Ace wusste, er würde jedes Mal wieder so handeln.
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