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After 16 long, long years ...
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| Verfasser | Nachricht |
08.01.2026, 21:15
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.01.2026 21:16 von Tyler Blackwell.)
Beitrag #6
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RE: After 16 long, long years ...
Was zum Teufel war in dieser kurzen Zeitspanne passiert, zwischen kneif gefälligst die Arschbacken zusammen und rock das Ding wie ein gestandener Wolf und … dem hier? Von Null auf Hundert war Tyler in knallharten Instinkten gefangen, die dieses Mal bei weitem nicht nur von diesem gottverdammten Bettvorleger in seiner neuen DNA kamen. Woher er das wusste? Scheiße, woher sollte er das wissen?! Ein Blick auf diesen muskulösen Vampir reichte aus und sein komplettes Innenleben flog buchstäblich auseinander. Und anstatt der Kerl den Wink verstand, ließ er einfach nicht locker. Ty sah wie er immer weiter auf ihn einredete, während sich sein eigener Körper nicht entscheiden konnte ob er angreifen oder sich wimmernd in irgendeiner Ecke verkriechen wollte. Auf einen Schlag waren da so viele Gefühle … Emotionen, die unter zwei dutzend Zuschauern wie meterhohe Wellen berstend über ihm zusammenpeitschten. Ihn nieder drückten, bis er es nicht mehr aushielt und die Silben, die so wenig Sinn für ihn ergaben, über seine eigenen Lippen schossen.
Einmal. Dunkel und bedrohlich. Dann ein zweites Mal. Scharf und aggressiv. Tyler merkte schmerzlich wie er die Kontrolle verlor. Das Biest in seiner neuen Natur war zu stark, um es zurück an irgendwelche Ketten zu zwingen und so wie es ihn in aller Abwehr gleichzeitig erbarmungslos zu dem Schwarzhaarigen mit den unterschiedlichen Augen hinzog, fühlte es sich an, als würden Wolf und Vampir in ihm um die Oberhand kämpfen. Seine Muskeln bebten unter zerreißender Anspannung und als Ty sah, wie das Mädchen das gerade erst neben den Schwarzhaarigen getreten war, wegen ihm zusammen zuckte, tat ihm dieser Anblick unfassbar leid. Sofort schob sich der massige Körper des Vampirs vor sie. Schirmte sie ab. Schützte sie. Vor ihm. Fuck … Er war doch nicht hierher gekommen um Ärger zu machen. Er wollte doch nur seine verfluchten Eltern … „Das ist der Name den wir dir bei deiner Geburt gegeben haben..“ BÄM! Von jetzt auf gleich gefroren die Eingeweide des jungen Werwolfs wortwörtlich zu Eis und für einen kurzen Moment wurde es endlich still in seinem Kopf, während der Vampir seine Fragen einfach weiter beantwortete. Ihre Umgebung kehrte in Tylers Bewusstsein zurück, als hätten sie das Auge dieses höllischen Sturms erreicht und siehe da, zum ersten Mal roch er die Unsicherheit die unverkennbar von dem Schwarzhaarigen ausging. Was zum Teufel ..? Der Kerl stand mitten in seinem eigenen Wohnzimmer, verdammt. Umringt von Seinesgleichen. Und trotzdem ging ihm die Flatter? IHM? Warum? Wenn hier einer einen Grund hätte sich ins Hemd zu scheißen, dann ja wohl er selber! „Ja.. bin ich“, setzte der Kerl dann ohne Scheiß sogar noch einen drauf. „Ich bin dein Vater..“ Und das wars. Als hätte man ihm endlich einen drei Meter langen Elektrostock aus dem Arsch gezogen, sackte Tylers Angriffshaltung in sich zusammen und der junge Werwolf blieb fassungs- und vor allem schutzlos zurück. Das weiche Lächeln das ihm bei diesem fundamentalen Geständnis entgegen flog, drang widerstandslos durch sämtliche Panzer, die er seit dem Verrat seiner Adoptiveltern um sich gezogen hatte. Und obwohl alles in ihm reflexartig diese Schilde wieder hochfahren wollte, passierte .. gar nichts. Tyler rührte sich nicht. Atmete nicht einmal. Stattdessen sah er den Vampir an. Zum vermutlich ersten Mal wirklich. Charismatische Gesichtszüge. Nachtschwarze Haare, zu einer wilden Frisur gestylt. Piercings. Zwei unterschiedliche Augen. Eins blau. Das andere grün. Tylers Herz fing an zu rasen. Doch dieses Mal nicht aus maßloser Überforderung und hilfloser Angriffslust, sondern vor Aufregung. Sein Blick rutschte ein kleines Stück nach links, wo hinter dem Schwarzhaarigen eine junge Frau zwischen zwei weiteren Hünen stand. Obwohl sie beide Hände vor dem Mund gefaltet hielt, als könne sie nicht fassen was hier passierte – womit sie, Überraschung, schon zu zweit waren – erkannte er feingeschnittene Gesichtszüge. Ihr langes Haar schimmerte unter dem riesigen Lüster der farbenfrohen Halle wie eine weiße Sonne und sie starrte ihn aus kristallblauen Augen an, als wäre er ein gottverfluchtes Wunder. Scheiße, das waren sie. Die vagen Beschreibungen, die die Hexe über mehrere Sitzungen aus seinem Unterbewusstsein rausgeholt hatte und mit denen er ohne viel Hoffnung hergekommen war. Nur um jetzt was? Direkt vor seinem Ziel zu stehen? „Ich kann nicht glauben das du endlich zu Hause bist…“ Tyler schnürte sich die Brust zusammen, ohne das er wusste warum. Zeit seines Lebens hatte er mit der Selbstverständlichkeit eines behüteten Kindes geglaubt Eltern zu haben. Er hatte nie etwas vermisst. Bis ihm vor Augen geführt wurde, dass dieses Leben eine Lüge gewesen war. Dass all die Liebe und Zuneigung nichts weiter gewesen waren als ein hübscher Glaskasten, der zersplitterte kaum das ihn ein echter Orkan auf die Probe stellte. „Vielleicht sollten wir erstmal kurz durchatmen und uns setzen“, durchbrach da plötzlich eine neue Stimme seine wirren Gedanken. „Vielleicht wäre etwas zu trinken ganz gut um diese Überraschung erst einmal zu verdauen?“ Wie von selbst wanderte Tys Blick wieder zu dem Mädchen. Sie war hinter dem Schwarzhaarigen etwas zur Seite getreten, um ihn wieder ansehen zu können. Shit. Sie hatte die gleichen Augen wie der Vampir vor ihr. Und ein noch wärmeres Lächeln. „Was hältst du davon, Rhampage? Lust auf ne Coke?“ Das löste endlich ein zentrales Scharnier in seinem Kopf. Wenn auch wahrscheinlich nicht so, wie sie sich das vorstellte. „Tyler“, entgegnete er vielleicht eine Spur zu abweisend. Sollte ihn mal bitte auch keiner Fragen wieso eigentlich. War ja schließlich nicht so, als hätte ihm der Schwarzhaarige diesen Schwinger mit dem Zaunpfahl nicht schon verpasst. Trotzdem. Mit diesem Wort, das ihn jetzt seit Wochen so penetrant verfolgte, als Name angesprochen zu werden, löste eine merkwürdige Art von Abwehr in dem jungen Werwolf aus. „Mein Name ist Tyler“, schob er also nochmal bestimmender hinterher, machte aber zumindest einen langsamen Schritt in die Richtung der beiden. Denn obwohl er komplett überfahren, überfordert und verunsichert war, wollte er auf keinen Fall achtkantig rausfliegen. Weder jetzt, noch irgendwann. Dieses ekelhafte Gefühl verstoßen zu werden wollte er nicht nochmal durchleben müssen. „Wie heißt ihr?“ Er machte noch einen Schritt. Dann noch einen. Und als Tyler den Stamm des Apfelbaummosaiks schon fast erreichte, hatte seine Haltung in etwa zu der Form zurückgefunden, mit der er das Esszimmer vor ein paar Minuten betreten hatte. Mit dem Unterschied, dass er sich beiläufig über den schmerzenden Arm rieb, der bis eben viel zu viel Spannung aushalten musste für seinen derzeitigen Zustand. Scheiß Koreaner! Schlussendlich blieb Ty einen Meter vor den beiden wieder stehen, sah abwechselnd zu dem Vampir, dem Mädchen und der Blondine, nur um wieder bei der Jüngsten anzukommen. „Verrätst du mir wo ich die Coke finde?“, fragte er schließlich mit dem rotzfrechen Charme eines Teenagers und bekam tatsächlich ein kleines aber ehrliches Lächeln zustande. ![]() |
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After 16 long, long years ... - .Storyteller - 22.12.2022, 18:29
RE: After 16 long, long years ... - Tyler Blackwell - 28.12.2022, 15:07
RE: After 16 long, long years ... - Qhuinn. - 29.12.2022, 18:37
RE: After 16 long, long years ... - Tyler Blackwell - 30.12.2022, 12:50
RE: After 16 long, long years ... - Qhuinn. - 02.12.2025, 18:39
RE: After 16 long, long years ... - Tyler Blackwell - 08.01.2026 21:15
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