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Red Lights without escape
Ascan & Christopher Chan Bahng |
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Beitrag #4
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RE: Red Lights without escape
Das Gefühl von brennender Mordlust war Ascan nicht fremd. Er hatte lange genug unter den Gesetzlosen ihrer Gesellschaft gelebt, um den Wert eines Lebens binnen von Sekundenbruchteilen zu messen und nach Situation und eigener Stimmungslage zu urteilen. Nur waren das meist irgendwelche Drecksköter gewesen, die ihn entweder angegriffen oder herausgefordert hatten. Oder ihm schlichtweg auf den Sack gegangen waren. Was unterm Strich so ziemlich aufs Gleiche rauskam.
Das Gör das er dagegen jetzt am Wickel hatte, war eine völlig andere Baustelle. Sie war weder eine Bedrohung, noch hatte sie irgendetwas an sich das für gewöhnlich seine Aufmerksamkeit geweckt hätte. Eher im Gegenteil. Ihre hohe Stimme war nervtötend. Ihre Erscheinung zu künstlich auf Lolita getrimmt. Der penetrant süße Geruch ihres Parfüms viel zu stechend. Alles in allem war sie also genau das wonach sie aussah. Ein kleines Girlie ohne eigene Persönlichkeit, das auf irgendeiner Welle schwamm, aus der sie eher früher als später wieder rauswachsen würde. Warum, verdammte Scheiße, wollte er ihr dann trotzdem am liebsten den blondierten Schädel von den Schultern reißen? Für die Dauer eines Wimpernschlags kämpfte sich dieser Gedanke tatsächlich durch seine animalischen Gene an die Oberfläche, bis … "Was machst du denn da?" Wie aufs Stichwort. So unvermittelt wie sein kalter Verstand die Oberhand plötzlich zurückgewinnen wollte, genauso schnell wurde er auch wieder niedergebrannt. Die bloße Stimme dieses einen Menschen schoss ihm ohne Gnade über sämtliche Nervenbahnen. Ascan spürte selbst, wie sich seine Wirbelsäule darunter aufrichtete, wie sich seine breiten Schultern unter dem schwarzen Leder seiner Jacke spannten und wie sein Fokus radikal von dem Mädchen abrutschte, das vergeblich versuchte sich aus seinem Griff zu winden. Ohne Frage würden seine Finger blaue Spuren auf ihrer hellen Haut hinterlassen. Nicht das ihn das einen feuchten Dreck interessierte. Ganz im Gegensatz zu dem Asiaten hinter ihm. Seinem Asiaten! "Sie war sicher nur völlig überfordert und hat bestimmt nur einem Wunsch nachgegeben.. auch wenn es nicht der beste Weg war.“ Scheiß die Wand an. Es kostete Ascan alle Selbstbeherrschung nicht die Fänge zu blecken. Was verteidigte der Kerl das kleine Miststück jetzt auch noch? Er stand schließlich nicht hier rum, weil er so Fotogen war. Auch wenn die zahlreichen Handykameras das durchaus vermuten lassen könnten. Fuck… Langsam aber sicher wurde Ace sich der Gesamtsituation bewusst, in die er sich selbst reinmanövriert hatte. Sein diamantfarbener Blick schweifte über die Menschen um ihn herum. Was hier abging, hatte längst das Interesse von so ziemlich jedem Fluggast in der Halle erregt, der nah genug war um in den Genuss seiner kleinen Showeinlage zu kommen. Ein paar Dutzend Kameras des Flughafens erfassten jede seiner Bewegungen zusätzlich. Mit Sicherheit hatten die jetzt aus mehreren Blickwinkeln einen Vampir auf Band, der blöd genug war sich vor aller Augen in Luft aufzulösen. Scheiße! Ascans Verstand kam mit Volldampf zurück, indem er anfing sich zu überschlagen. Einer der Securitys hatte sich mittlerweile ebenfalls eingemischt und last but not least, traf ihn plötzlich auch noch der eiskalte Hauch des Todes frontal in den Nacken. Das konnte nur bedeuten, dass Riina direkt hinter ihm stand. Ihre dunkle, übernatürliche Gestalt wie ein Fremdkörper in all dem Leben um sie herum. Ob er wollte oder nicht, dem ehemaligen Outlaw stellten sich sämtliche Härchen auf und er ließ das Mädchen tatsächlich los. Sofort wich sie weiter von ihm zurück. Schützend in die Mitte genommen vom Rest der aufgebrachten Weiber. Das sah mal überhaupt nicht gut für ihn aus. „Ich bin ab hier für euren Schutz verantwortlich“, rechtfertigte er sich vermutlich auch deshalb ohne lange nachzudenken vor dem Security zu seiner Rechten und sah sich anschließend nach seinem Menschen um. Er hatte ihn gerade völlig aus den Augen verloren, was prompt zum nächsten Hochgefühl des Abends führte. Ascan rutschte das Herz nämlich aalglatt in die Hose. Ohne jede Kontrolle zogen sich seine Eingeweide zusammen und er verspannte sich komplett, bis er ihn bei keinem Geringeren als Fritz entdeckte. Und was soll man sagen? Irgendwie bewirkte das auf wundersame Weise, dass Ace zurück in den Betriebsmodus schaltete. Was Scheiße nochmal gut war! Er konnte sich nicht noch einen Fehler leisten. Also versuchte er sich zumindest dieses ganze innere Chaos abzuschütteln und trat seinen grauen Zellen endlich in den Arsch, was zumindest schon mal dazu führte, dass er den elektronischen Geräten in einem Radius von rund 10 Metern um ihn herum einen mentalen Stoß versetzte. Die Folge? Durchschmorende Handys, erschrockene Schreie und dumpfes Scheppern, wo Smartphoneleichen zu Boden fielen. Das war zumindest ein Anfang. Aber Mann, er musste mit seinem Vater reden. Und zwar dringend! Wenn einer diesen ganzen Bockmist vielleicht noch hinbügeln konnte, dann V. Also wendete sich der Rekrut ab, ließ die Meute samt Security stehen und marschierte durch die Halle zurück zu Fritz, dem gerade eine kurze, aber für Ascan absolut essenzielle, Vorstellung zuteil wurde. Christopher Chan Bahng. Dieser Name ging runter wie Öl und Ace erwischte sich dabei, wie er schon wieder drauf und dran war sein Vorhaben über Bord zu werfen, nur um den Kerl dazu zu bringen mit IHM zu sprechen, statt mit dem Doggen. Letzten Endes bewerkstelligte er beides. Irgendwie. Er zog sein eigenes, noch funktionierendes Handy aus der Jackentasche und wählte die Nummer seines Vaters, während ihm Christophers Frage förmlich um die Nase wehte. „Mich“, antwortete er anstelle von Fritz, was ihm hoffentlich die gewünschte Aufmerksamkeit einbrachte, während der Doggen sich als Wegweiser bereits an die Spitze setzte und sie nach draußen an die frische Luft führte. Der Bus stand nicht weit entfernt, wodurch der Weg dorthin ziemlich kurz ausfiel. Und kaum angekommen, switchte Fritz sofort wieder zurück im die Rolle des klassischen Butlers. „Dürfte ich Ihr Gepäck verladen, meine Herren?“ Ace dagegen wartete auf die tiefe Stimme seines Vaters am anderen Ende der Leitung. Ohne Scheiß, so unwohl hatte er sich die letzten Jahre nie wieder in seiner eigenen Haut gefühlt. Aber da musste er jetzt wohl oder übel durch. Während Fritz also das Gepäck mit höchstem Respekt im Innenleben des Kleinbusses verstaute, meldete sich Ascan mit einem simplen „Ich bins“ am Telefon. Dicht gefolgt von einer Aussage, von der er nie gedacht hätte sie mal laut auszusprechen. Schon gar nicht vor so vielen Zeugen. „Ich hab Scheiße gebaut.“ Die Stille auf der anderen Seite forderte wortlos dazu auf weiterzureden. Also ergab er sich seinem Schicksal. „Kannst du die Kameras der Flughalle hacken und die Aufnahmen der letzten Stunde löschen? Bitte?“ Ascan konnte nicht anders. Sein Blick flog zurück zu Christopher. Er erinnerte sich wieder an den Anblick, als das Miststück ihn einfach zu sich zerrte und bei dem bisschen das ihm heilig war, welche Strafe auch immer auf ihn wartete, Ace wusste, er würde jedes Mal wieder so handeln. |
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Red Lights without escape - Ascan - 11.02.2026, 22:04
RE: Red Lights without escape - Ascan - 11.02.2026, 22:05
RE: Red Lights without escape - Christopher Lee. - 13.02.2026, 12:43
RE: Red Lights without escape - Ascan - 18.02.2026 10:24
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